| Äthiopien, das älteste
politische Reich der Erde, ist ein historisch, kulturell und landschaftlich
einmalig interessantes Reiseziel. Jahrhundertelang haben hier das
schubweise Vordringen fremder Völker, ihre Assimilierung und
ihr Nebeneinander ein Land faszinierender, oft schicksalhafter Gegensätze
entstehen lassen. Überragende Kulturleistungen, die die Begegnung
der Weltkulturen und Religionen hier seit dem Reich von Ax-um ermöglichte,
stehen neben Phasen scheinbaren Stillstands und unversöhnlicher
außenpolitischer Konflikte.
Äthiopien ist ein mehrheitlich christlicher Vielvölkerstaat
mit einer enormen Vielfalt an Gebrauchssprachen und Dialekten. Das
Land, dreimal so groß wie Deutschland bei rd. 73 Millionen
Einwohnern, ist kontrastreich nicht nur hinsichtlich seiner Kultur
und Landschaften, sondern vor allem hinsichtlich seiner unterschiedlichen
Volksgruppen, die großen Wert auf ihre Ei-genständigkeit
legen. Heute oft mit Hunger und Armut in Zusammenhang gebracht,
hat Äthiopien den Reisenden seit Beginn der neuzeitlichen Geschichtsschreibung
in seinen Bann gezogen.
Auf äthiopischem Boden liegen sowohl die 4000-er Gipfel des
Hochgebirges als auch die Danakil Depression, mit 120 Metern unter
dem Meeresspiegel der tiefste Festlandspunkt der Welt. Zu den bekanntesten
Vertretern der Fauna gehören der Äthiopische Wolf, der
Walia-Steinbock oder die wehrhaften, sozial straff organisierten
Dschedala-Paviane. Aus dem Verhalten dieser Affen, die im nördlichen
Hochland heimisch sind, konnte die Forschung in den letzten Jahrzehnten
interessante neue Theorien über die Sprachentwicklung des Menschen
gewinnen.
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